Sportmedizinische Betreuung:
Da das Gesundheitsbewusstsein ständig zunimmt, treiben immer mehr Menschen regelmäßig Sport. Häufig fällt die Entscheidung auf Sportarten, die mit kurzfristigen körperlichen Höchstbelastungen einhergehen, wie Tennis, Squash, Badminton, usw.. Solche Spitzenbelastungen werden dem Körper auch in Fitnessstudios, beispielsweise an Kraftmaschinen oder bei der Aerobic, abverlangt. Da viele Sporttreibende im Beruf körperlich oft wenig beansprucht werden, stellt Sport für diese Personengruppe häufig eine schwer einzuschätzende Höchstbelastung dar. Öfter als gemeinhin angenommen, treten beim Breitensportler daher akut internistische, gelegentlich auch schwere Notfallsituationen auf. Der plötzliche Herzinfarkt beim "bisher immer Herzgesunden", der Asthmaanfall bei allergisch Disponierten und das Platzen einer Arterie unter dem plötzlich ansteigenden Blutdruck seien nur exemplarisch erwähnt.
Während orthopädische Komplikationen (Außenband-, Meniskusschaden, Knochenbrüche...) eher schicksalhafte Ereignisse sind, die häufig auch auf mangelhaftes Aufwärmen zurückgeführt werden können, sind ernste internistische Komplikationen bei genauer Untersuchung und Einleiten der entsprechenden Diagnostik meist frühzeitig erkennbar, jedoch nicht gezielt untersucht worden. Hier setzt die internistisch-sportmedizinische Betreuung an. Je nach gewählter Sportart sollten gezielte Fragen gestellt, und wichtige Untersuchungen durchgeführt werden.
Folgenden Fragen können z.B. von großer Bedeutung sein:
- Liegen Herz-Kreislaufrelevante Risikofaktoren vor (Bluthochdruck, Übergewicht,
familiäre Belastung bezüglich Herz-Kreislauferkrankungen, Nikotinkonsum...)? - Zeigen sich in Ruhe oder bei fahrradergometrischer Belastung Hinweise für
Durchblutungsstörungen des Herzens? - Finden sich Hinweise für das Vorliegen einer Lungenerkrankung?
- Finden sich im Ultraschall des Herzens möglicherweise Veränderungen der
Herzklappen oder eine reduzierte Beweglichkeit der Herzwände?
Das Spektrum der Fragen und möglicherweise anzuwendenden Untersuchungen ist breit und ließe sich an dieser Stelle lange fortsetzen. Bei den meisten in unserer Praxis diagnostizierten Gesundheitsstörungen ist Sport grundsätzlich möglich, es müssen nur im Gespräch mit dem Patienten die richtige Sportart gewählt und gelegentlich auch eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden. Neben vielen Breitensportlern, die sich in unserer Betreuung befinden, wird unsere Praxis auch von Leistungssportlern bis hin zu Bundesliganiveau, in Anspruch genommen (Fußball, Eishockey). Da Profisportler körperlich meist austrainiert sind und ein hochentwickeltes Bewusstsein für den eigenen Körper haben, stellen sich hier selbstverständlich andere Fragen als beim Breitensportler. Ein Hauptaugenmerk richtet sich auf immunologische Probleme, die unter Wettkampfbedingungen gehäuft auftreten und meist auf zu kurze Regenerationszeiten zurückzuführen sind. Ist eine medikamentöse Therapie erforderlich, müssen die Richtlinien der Doping-Komission genau eingehalten werden, was therapeutische Bemühungen häufig erschwert. Sehr wichtig für die Leistungsfähigkeit eines Profisportlers sind auch ernährungsphysiologische Besonderheiten, sowie Besonderheiten im Elektrolythaushalt. Bei der Interpretation von Laborbefunden eines Profisportlers gelten andere Regeln als bei Freizeitsportlern. Aus diesem Grunde sollten auch Spitzensportler mindestens einmal jährlich einen umfangreichen internistischen Checkup durchführen lassen.





