Koronare Herzerkrankung
Die koronare Herzerkrankung ist mit ihren klinischen Auswirkungen wie Angina-Pektorissymptomatik, Herzinfarkt, Rhythmusstörungen bzw. Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens mittlerweile die häufigste Ursache für eine Einschränkung der Lebensqualität und vorzeitige Sterblichkeit. Der Gründe dafür ligen nicht nur darin, dass andere Krankheiten mittlerweile gut behandelbar oder sogar weggefallen sind (Diphtherie, Pocken), sondern auch im massiven Anstieg der entsprechen Risikofaktoren bei einem Teil der Bevölkerung.
Vor dem Auftreten eines Herzinfarktes spricht man in der Behandlung der Risikofaktoren von der so genannten Primärprävention, nach einem Herzinfarkt sollen Maßnahmen zur Sekuntärprävention ein weiteres Ereignis, bzw. eine Zunahme der Symptome hinauszögern.
In medikamentöser Hinsicht sind die Standards für die Behandlung im jeweiligen Stadium der Erkrankung relativ klar festgelegt und durch aufwändige Untersuchungen untermauert.
Die nichtmedikamentöse Rehabilitation nach einem Myocardinfarkt ist aber nur in den ersten beiden, unmittelbar auf das Ereignis folgenden Phasen festgelegt.
Vor allem die erste Phase (PHASE I), die Behandlung des Akutereignisses im Spital, hat eine hohe Effizienz erreicht. In den letzten Jahren ist es gelungen, die Sterblichkeit in den ersten Wochen nach einem Myocardinfarkt von beinahe 30 % auf ca. 5 % bei Ausschöpfung aller Möglichkeiten zu senken.
Die zweite Phase (PHASE II), die so genannte stationäre Rehabilitation in einem Rehabilitationszentrum, hat sich gut etabliert, das Netz der Herz-Kreislauf-Zentren in Österreich ist im internationalen Vergleich eines der dichtesten und qualitativ sehr hochstehend.
In dieser dritten Phase (PHASE III) kann durch intensive Betreuung der Hochrisikogruppe durch speziell geschulte Trainer und Ärzte noch deutlich zu Prognoseverbesserung beigetragen werden! Aus diesem Grunde entwickelte die "Arbeitsgruppe für ambulante kardiale Rehabilitation" (AGAKAR) ein Ausbildungsprogramm für Ärzte, welche als Leiter für ambulante Herzgruppen diese sehr wichtige PHASE III der ambulanten Herz-Kreislauf-Rehabilitation abdecken sollen.
Auch die so genannte vierte Phase (PHASE IV), die langfristige Betreuung von Herzinfarktpatienten und Herzoperierten in Selbsthilfegruppen unter Ausnützung der Gruppendynamik und des Zusammengehörigkeitsgefühls zur gegenseitigen Unterstützung und Stärkung der Motivation in Bezug auf die medikamentöse Behandlung (Compliance) und Fortsetzung des Herzkreislauftrainings, ist vor allem durch den österreichischen Herzverband sehr gut geregelt.
In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass vor allem die ersten Monate nach der Entlassung aus einem stationären Rehabilitationszentrum eine schwierige Phase für den Patienten sind.
Die Risikofaktoren steigen erneut signifikant an, die Patienten sind in Bezug auf ihre weitere Lebensplanung verunsichert. Es fehlt ihnen an Selbstvertrauen vor allem im Hinblick auf die Belastungsfähigkeit in Familie und Beruf, und es gelingt nur wenigen, die im stationären Bereich vermittelten Ernährungs- und Trainingsrichtlinien im Alltag umzusetzen bzw. in ihren Lebensstil aufzunehmen.





