design by atikon.com
Team der Internisten
Adipositas/Fettleibigkeit

Adipositas

Dass die Fettleibigkeit eine Veränderung mit regional sehr unterschiedlicher Relevanz ist, ist nicht nur Ausdruck einer angeborenen Ursache (Obesity-gen) sondern steht auch im Zusammenhang mit den in der jeweiligen Region vorherrschenden Ernährungsgewohnheiten. Eine amerikanische Untersuchung an einem Indianerstamm, welcher teilweise auf mexikanischem Boden unter mehr oder weniger traditionellen Ernährungsweisen lebt und zu einem anderen Teil jenseits der Grenze die Vorzüge einer eher westlichen Ernährung (McDonald's und Co.) genießt, zeigt, dass ein gewisser Lebensstil Adipositas, und ein damit deutlich erhöhtes Risiko, zur Folge hat. Selbiges gilt für die Tatsache, dass im Burgenland 12% der Bevölkerung als übergewichtig zu bezeichnen sind, in Vorarlberg aber nur 6%!

Diese Unterschiede korrelieren sehr stark mit den Unterschieden der Gesamtmortalität an Herz-Kreislauferkrankungen in den jeweiligen Regionen. In den USA sterben einer aktuellen Untersuchung zufolge jährlich 300.000 Personen an durch Übergewicht verursachten Krankheiten.

Dass Übergewicht einen bedeutenden Risikofaktor für die Entstehung des Typ II Diabetes darstellt, ist durch eine Vielzahl von Studien belegt. Ab einem Body-Mass-Index (Relation von Körpergewicht zu Körpergröße) von 30 steigt altersabhängig das Risiko, einen Typ II Diabetes zu entwickeln auf das acht- bis vierzehnfache gegenüber Normalgewichtigen an!

Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen ist bei Adipösen stark erhöht. Mehrere Studien zeigen klar, dass Adipositas ein eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung einer koronaren Herzerkrankung darstellt - unabhängig von Alter, Cholesterin oder Rauchen.

Ein Body-Mass-Index von 29 geht mit einem dreifach erhöhten Herzinfarktrisiko einher. Es besteht somit eine lineare Korrelation zwischen dem Ausmaß des Übergewichtes und der Wahrscheinlichkeit, eine koronare Herzerkrankung zu erleiden.

Bei einem BMI >35 zeigt sich bereits eine erhöhte Sterblichkeit von mehr als 6%

Adipöse leiden darüber hinaus auch unter einem erhöhten Hypertonierisiko, welches wiederum eng mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert ist. Aus dieser Sicht ist somit Adipositas als chronische Erkrankung zu bezeichnen und bedarf einer entsprechenden ärztlichen Betreuung.

Diät alleine führt zwar meist zu einer Besserung der kontrollierbaren Laborwerte, hat aber neben der Reduktion des Körperfettes in der Regel auch ca. 30% Reduktion der Muskelmasse und des Körperwassers zur Folge.

Körperliches Training stellt somit eine wichtige Begleitmaßnahme zu jeder Form eines Diätplanes bzw. einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten dar. Außerdem ist darauf zu achten, dass es so genannte schlanke Fettleibige gibt, welche bei an sich normalen BMI auf einen Körperfettanteil von 30% kommen.

Abgesehen von einem so genannten Fettverbrennungstraining ist bei körperlicher Betätigung auch darauf zu achten, dass ein Abbau der Muskelmasse verhindert werden muss. Dies geschieht idealerweise mit einem gezielten Muskelfunktionstraining in Verbindung mit entsprechenden Dehnungsübungen!

Es haben sich auch in den letzten Jahren chirurgische Maßnahmen etabliert. Unter der sogenannten bariatrischer Chirurgie werden Operationsmethoden zur Gewichtsreduktion verstanden. Ziel ist es, die Kalorienaufnahme durch operative Eingriffe am Magendarmkanal zu reduzieren, um bei extremer und sonst nicht dauerhaft therapierbarer Adipositas das Risiko für Folgezustände und Komplikationen des Übergewichts zu senken. Dabei gibt es mehrere Methoden, vom steuerbaren Magenband (gastric banding), Magen-Bypass bis zur Magenresektion („Schlauchmagen“). Obwohl wir der Meinung sind, dass dies nur die letzte Möglichkeit darstellt einen übergewichtigen Patienten zu behandeln, so werden wir sie natürlich bis dorthin begleiten und mit unserem Fachwissen unterstützen.

team der internisten · landstraße 35b · 4020 Linz · tel. 0732/77 80 89 · fax 0732/77 80 89-20 ·